...wenn es auch 16/32 sein können?

Dachte ich mir so, als ich in den weiten des Internets und Blogs von "Spinnerbrüdern im Geiste" unterwegs war. Irgendwo las ich schon vor einiger Zeit, dass ältere Xeon-CPUs mit etwas Glück spottbillig gebraucht zu bekommen sind und aufgrund einer wahnwitzig hohen Anzahl an Kernen auch modernen Core-i7 mit 6-8 Kernen noch ganz gut das Wasser abgraben können. Und was ist eine spitzenere (spitzigere? spitzenagere?) Idee als einen 32-kernigen Mediencenter-PC zu haben? Total bekloppt. Genau das richtige also.

Auf Ebay bin ich dann in letzter Zeit vermehrt auf Angebote von ES- bzw. QS-Samples (Engineering Samples, Quality Control Samples) von Xeon-CPUs gestossen. Und kurz danach auch auf die Info, dass der Verkauf und Kauf solcher CPUs ein wenig fischig ist, da diese unter NDA-Pflichten von Intel an Systemintegratoren oder z.B. Mainboard-Herstellern "verliehen" werden - die CPU selber aber dauerhaft Eigentum von Intel bleibt. Zudem besteht die Gefahr, dass eine solche (vor allem ES-)CPU nicht so ganz funktioniert wie das spätere Serienexemplar. Also dann doch lieber die Finger wech. Zumal die Angebote meist aus China stammen und der Herkunftsweg der CPUs doch eher undurchsichtig ist.

Doch, ach, just als ich aufgeben hätte täten wollen, stosse ich auf ein ganz klitzekleines weniger fischiges Angebot eines "Xeon e5 2675 v3". Aus Estland. Das ist dort, wo die drei kleinen Länder nach dem Auseinanderbruch der UdSSR nun zwischen Finnland und Russland eingeklemmt sind. Zahlung per PayPal erlaubt, schon mal ein Pluspunkt für diese Konstellation.

Die CPU findet sich bei Intel nicht in der offiziellen Liste - es handelt sich hierbei wohl um eine OEM-CPU für Systemintegratoren oder Rechenzentrumsbetreiber (HP, Amazon, usw), wie mich das Internet herausfinden liess. Und es ist keine ES- oder QS-CPU, sondern ein (OEM-)Serienexemplar.

Na dann. Spitzenidee, nicht vergessen. Denn man tau. Nach erstaunlich kurzen 4 Tagen Einschreiben-Postweg lag dann Folgendes im Briefkasten:

Xeon E5 2675 v3

Der Rest der Spitzenidee folgt dann in Kürze, Stück für Stück. Der Startpunkt ist nun gesteckt, es gibt kein Zurück mehr, Mitgefangen-Mitgehangen, Morgenstund hat Gold im Mund und hat auch den Fisch schon geputzt, das Ziel steht also fest: Baue einen wohnzimmerkompatiblen, platzsparenden, leisen, 16/32-kernigen Mediencenter-PC für einen dreistelligen Betrag. (vierstellig, zumindest halbwegsdeutlichvierstellig, wäre mir echt zu teuer für so eine Spinner...äh...Spitzenidee).

Wer jetzt aber glaubt, dass dieser gar fürchterlich unterdimensionierte Metallklumpen nur schnöde Medien servieren soll, der zieht die Hosen aber auch mit der Kneifzange an. Also wirklich...nein, das ist ganz anders geplant:

  • Ubuntu, die neueste LTS (aktuell die 16.04).
  • Kodi, natürlich.
  • Eventuell kubernetes, nur um es mal kennenzulernen und zu kapieren was es kann, wofür es geeignet ist und wofür nicht.
  • Mesos, Kafka, Flink. Wäre interessant, inwiefern das für Data Pipelines taugt (Daten aus einer leichtgewichtigen PostgreSQL auf einem Raspberry Pi herausziehen und in einer schwergewichtigen zentralen "Aggregationsinstanz", oder gleich in Spark/Hadoop, ablegen bzw. integrieren).
  • Docker (und dann in Folge evtl. sinnvoll containerisiert):
  • R.
  • RStudio.
  • Shiny.
  • neo4j.
  • PostgreSQL, inkl. Stored Procedures in R, biddeschön.
  • Tensorflow.
  • Spark, Hadoop, und wie sie alle heissen. Evtl. auch mal mldb...?
  • Gromacs, aus Nostalgie zu meinen Zeiten in der Biophysik der RUB.
  • Blender, nur zum Rendern (falls das überhaupt geht...).

Schauen wir mal wie weit ich komme bevor ich das alles mit hochrotem Kopf und laut schreiend aus dem Fenster werfe, weil wieder irgendein selbstverständlicher Kleinkram Stunden um Stunden frisst ohne zu funktionieren.