Nach einem Reset war dann zappenduster, der vServer startete gar nicht mehr: "no boot device". Mhm, wie meinen? Nach einigem Hin und Her musste ich dem Server zugestehen, dass diese Aussage stimmt. Die virtuelle Festplatte war futsch.

Zum Glück hatte ich natürlich ein Backup. Zum Glück kann ich lügen, ohne rot zu werden. Zum Glück liest das hier keiner. Zum Glück gibt es "grml", eine Linux-Live-CD mit "testdisk". An dieser Stelle auch noch einmal ein dickes Danke-Schön an den Support von Heckrath.net!

Testdisk berichtete mir dann auch, dass sich auf "dev/sda" keinerlei Partitionen befinden. Das Ding lügt doch wie gedruckt, ich hab die Dinger schließlich selbst vor ein paar Monaten erstellt! Mir ist zugegebenermassen zu einhundert vollständigen Hochprozenten schleierhaft, wie sowas passieren kann. Zum Glück erkannte testdisk, was eigentlich sich hätte "Partition" nennen müssen, und ließ mich das entsprechend wieder auf die Platte (oder den MBR?) schreiben.

Hach, so ein Glück!
Hach, so ein Dreck!
Die root-Partition "/dev/sda1" ist ja komplett leer...?!
Na fein.

Folgendes Kommando hat dann jedenfalls ernsthaft was Positives bewirkt:

fsck.ext4 -v /dev/sda1

Danach (irgendwas mit "Superblock kaputt") waren dann anscheinend alle Daten, Stand 27.11.2016 spätnachmittags, wieder da. Nach diesem Zeitpunkt muss an dem Tag irgendwas schief gelaufen sein. Wie gesagt, ich habe keinen Schimmer.

Optimalerweise war ich just im Blitzmerkermodus und ich habe, Docker-Portabilität blind, aber fein, sensierend, einfach mal Folgendes gemacht...

vserver%> tar czvf ghost.tgz /daWoAlleDateienLiegen/ghost
vserver%> tar czvf docker.tgz /var/lib/docker

...und mir die beiden TAR-Archive per SCP lokal gesichert.

Pläne, dann auf CoreOS, RancherOS oder ähnliches zu setzen, habe ich mir mangels Beschäftigungsmotivation erst einmal erspart. Beides werde ich aber mal in einer lokalen VM ausprobieren und versuchen, zu verstehen.

Also (wieder) ein Ubuntu-16.04-LTS per Minimal-Image aufgesetzt, Docker installiert, per SCP die beiden TAR-Archive wieder auf den Server gespielt und dann:

vserver%> sudo su
vserver%> tar xzvf ghost.tgz                         # es resultiert ein Verzeichnis "ghost"
vserver%> mv ghost /daWoAlleDateienLiegen/
vserver%> tar xzvf docker.tgz                        # es resultiert ein Verzeichnis "docker"
vserver%> service docker stop
vserver%> mv /var/lib/docker /var/lib/docker_fresh   # die frische Docker-Installation mal "wegsichern", man weiß ja nie
vserver%> mv docker /var/lib/
vserver%> (make sure access privs & user, group are okay)
vserver%> service start docker

Ich war mal wieder begeistert, wie Docker "self-contained" doch anscheinend ist. Der Austausch des gesamten Docker-Verzeichnisses hat bewirkt, dass alle Container wieder im Zustand sind wie vor dem HDD-Crash und das Datenverzeichnis-Backup ("ghost.tgz") stellt wie gehabt alle Dateien an der gewohnten Location zur Verfügung. Alle vier Container starten automatisch bei Serverstart, wie auch zuvor.

Die gesamte Wiederherstellung (Ubuntu & Docker installieren, Backups einspielen, ein bisschen testen) hat mich ca. 60 - 90 Minuten gekostet. Und ich habe mich nur so wenig aufgeregt, dass ich beinahe glaube meine Lebensspanne hat nicht gelitten. ;-)

So. In der Hoffnung, dass nicht demnächst wieder der vServer abraucht, wende ich mich, aber ebenfalls erst demnächst, mal der Docker-Garbage-Collection zu.