Früher mag dies in Beziehungen, von denen mindestens und maximal ein Teil nerdig veranlagt war, die Initialzündung für entweder einen Scheidungsantrag oder aber auch eine Vermisstenmeldung gewesen sein. Ich bin zwar derzeit eigenständig unterwegs, aber Mal-Eben-Updates waren mehr als einmal der Grund dafür diverse Blitzideen einfach wieder in die Ecke zu werfen weil eben keines der Tutorials, die genau mein Setup beschrieben haben, zur Gänze durchführbar war. Und arroganterweise bin ich der Meinung, dass das im Jahr 2016 gefälligst nicht mehr der Fall sein sollte. Die NASA und Roskosmos haben bereits vor zig Jahren Menschen auf den Mond bzw. in's All geschossen deren Hintern auf durch uralte CPUs kontrollierten Säulen hochexplosiven Treibstoffs thronten, und dann läßt sich noch nicht einmal eine Blogplatform installieren obwohl die "Requirements" exakt denen aus dem Tutorial entsprechen.

Langer Rede, kurzer Sinn: Ein großes Wort wurde leichtfertig gesprochen, und der Fallout wird dann gerne umso nerviger: Kopfschmerzen, tourette-artige Anfälle (für die ernsthafte Erklärung, was es mit dem zentralnervös bedingtem Syndrom auf sich hat: Wikipedia: Tourette-Syndrom), hoher Blutdruck und existentielle Fragen an sich selbst im Sinne von "Warum mache ich diesen Mist überhaupt jedes Mal wieder???" sind die Folge. Regelmäßig. Aber irgendwie hat man ja doch eine sado-masochistische Ader.

Heute habe ich mich hingesetzt mit der Absicht:

"Ich update heute mal mein Ghost von 0.0.8 auf 0.0.9"

Und, erstaunlicherweise, ich lebe noch, mein Puls ist normal, mein Blutdruck hat halbwegs akzeptable 125-zu-79 und mein Docker-Fanboy-Level ist um "1" gestiegen (auf immerhin schon "2").

Noch nie in meinem ganzen Leben war ein Software-Update so dermassen unproblematisch. Das ganze Prozedere bestand nur aus ein paar Befehlen:

> docker stop ghost_docker # aktuell laufenden Container stoppen
> docker rm ghost_docker # aktuellen Container löschen
> docker pull ghost # das aktuellste Image ziehen
> docker run -d --name ghost_docker -p 80:2368 -v /var/lib/ghost/spitzenidee_blog:/var/lib/ghost ghost # Container neu definieren & als Daemon starten
> docker stop ghost_docker # Container stoppen
> docker start ghost_docker # Container starten. Und so weiter ;-)
> docker stop ghost_docker
> docker start ghost_docker
> docker stop ghost_docker
> docker start ghost_docker
> docker stop ghost_docker
> docker start ghost_docker
> docker stop ghost_docker
> docker start ghost_docker

(weil's so schön ist, und so einfach und schnell geht, einfach ein paar mal den Container rauf- und runterfahren ;-)

TL;DR. Ich glaube ich spende demnächst mal ein bisschen Geld an Docker. Es muss ja jetzt weniger Geld in die Kreislauferkrankungsforschung gesteckt werden, denn dank Docker werde ich steeeiiinaaalt anstatt frühzeitig mit hochroter Birne abzunippeln.