Normalerweise würde man das als "In-Silico-Configuration-Override with Video Tearing" beschreiben. Ich bin aber stinkig, so dass mir nahezu alle englischen Vokabeln vorübergehend aus dem Kopf gefallen sind.

Wer, wie ich, unter Ubuntu eine NVidia-Grafikkarte betreibt und diese zum Video-, YouTube- Undsoweiterschauen benutzen möchte, der muss leider einigen an Aufwand betreiben um den Treiber dazu zu überreden, gefälligst mal auf VSync zu achten und nicht einfach mitten im Bildaufbau das nächste Bild auf den Bildschirm zu schubsen - recht unschönes "Tearing" ist das Ergebnis.

Ich habe also zu Beginn des Enterprise-Grade-Media-PC-Abenteuers mit einigem Aufwand die gesammelte Intellentz des Internets abgesucht, und zwar nach Leuten die ein ähnliches Problem haben und dies schlauerweise schon lösen konnten. Das Ergebnis, eine Google-Orgie ungeahnten Ausmaßes, ist eine auf den UseCase und NVidia-Treiber zurechtgemaßschneiderte "/etc/X11/xorg.conf".

Jetzt gibt es da ein Programm unter Ubuntu. Ich kannte es nicht, ich wollte es nicht kenne, und doch musste ich jetzt Zeit mit einer ungewollten Bekanntschaft verplempern. "Mein neuer Freund" schimpft sich "gpu-manager", und es macht irgendwas in Sachen "Management von GPUs". Was, das ist mir herzlich egal, denn von diesem Teil habe ich erst erfahren als ich feststellte, dass die "xorg.conf" plötzlich "xorg.conf.backup" und "xorg.conf.20161027" hiess, die originale "xorg.conf" unauffindbar war und somit auf das GPU-Verhalten weniger Effekt hatte als ein heisser Fön auf ein typisches Kamel. Dieser binäre Schlaumeier ist der Meinung, meine in Handarbeit und im Schweisse meines Angesichts erstellte Konfiguration ist unnötig, und benennt sie beim Booten in (un)regeldeterministischmäßigen Abständen einfach um. Mal so. Weil's Spass macht. Weil das Dingen denkt, es sei schlauer als ich. Verflixt noch eins, wer läßt sich sowas einfallen? Himmel, Hölle und dreimal schwarze Kitzekatze. Letztendlich hat natürlich jemand aus Fleisch und Blut dieses Verhalten erdacht, und auch hier frage ich mich: Warum???

Nach einer neuerlichen Google-Orgie habe ich mich für die Holzhammermethode entschieden, um "gpu-manager" auf die Pfoten zu hauen: Ich verbiete einfach ALLEM, inklusive mir selbst, das Verändern der "xorg.conf":

sudo chattr +i /etc/X11/xorg.conf

Wenn ich selber mal doch was schrauben muss, dann läßt sich das wie folgt zurückrollen:

sudo chattr -i /etc/X11/xorg.conf

Scheint auch funktioniert zu haben. Der Vollständigkeit halber hier auch noch einmal meine hart erkämpfte "xorg.conf":

# nvidia-settings: X configuration file generated by nvidia-settings
# nvidia-settings:  version 361.42  (buildd@lgw01-18)  Tue Apr  5 14:33:28 UTC 2016

Section "ServerLayout"
    Identifier     "Layout0"
    Screen      0  "Screen0" 0 0
    InputDevice    "Keyboard0" "CoreKeyboard"
    InputDevice    "Mouse0" "CorePointer"
    Option         "Xinerama" "0"
EndSection

Section "Files"
EndSection

Section "InputDevice"
    # generated from default
    Identifier     "Mouse0"
    Driver         "mouse"
    Option         "Protocol" "auto"
    Option         "Device" "/dev/psaux"
    Option         "Emulate3Buttons" "no"
    Option         "ZAxisMapping" "4 5"
EndSection

Section "InputDevice"
    # generated from default
    Identifier     "Keyboard0"
    Driver         "kbd"
EndSection

Section "Monitor"
    # HorizSync source: edid, VertRefresh source: edid
    Identifier     "Monitor0"
    VendorName     "Unknown"
    ModelName      "SONY TV"
    HorizSync       14.0 - 70.0
    VertRefresh     48.0 - 62.0
    Option         "DPMS"
EndSection

Section "Device"
    Identifier     "Device0"
    Driver         "nvidia"
    VendorName     "NVIDIA Corporation"
    BoardName      "GeForce GT 730"
    # not loosing monitor/resolution after display sleep:
    Option         "ConnectedMonitor" "DFP-1"
    Option         "CustomEDID" "DFP-1:/etc/X11/edid/edid_sony.bin"
    # added 20161126, for enabling dynamic clocking, still testing:
    #Option         "RegistryDwords" "PowerMizerEnable=0x1; PerfLevelSrc=0x3333; PowerMizerDefault=0x2; PowerMizerDefaultAC=0x2"
    # no tearing:
    Option         "TripleBuffer" "True"
    # no tearing:
    Option         "metamodes" "nvidia-auto-select +0+0 { ForceFullCompositionPipeline = On }"
EndSection

Section "Screen"
    Identifier     "Screen0"
    Device         "Device0"
    Monitor        "Monitor0"
    DefaultDepth    24
    Option         "Stereo" "0"
    Option         "metamodes" "nvidia-auto-select +0+0"
    Option         "SLI" "Off"
    Option         "MultiGPU" "Off"
    Option         "BaseMosaic" "off"
    SubSection     "Display"
        Depth       24
    EndSubSection
EndSection

Section "Extensions"
    # no tearing:
    Option "Composite" "disable"
EndSection

Das Update von nvidia-361 auf nvidia-367 war übrigens beinahe problemlos. Nach einem Reboot hatte ich zu meiner ganz besonderen Abendstimmungsunterstützung erst einmal kein X mehr, sondern nur einen trostlos blinkenden Cursor. Ein per SSH durchgeführtes

aptitude purge <nvidia-treiber-alte-version>

und danach ein

aptitude reinstall <nvidia-treiber-aktuelle-version>

hat es dann aber gerichtet. Und jetzt auch wieder ganz ohne Verriss, was die meisten RTL-Sat.1-Pro7-UndSoWeiter-Shows nicht unbedingt von sich behaupten können.