Mir kam just eine neue, knackigfrische, Idee zur Frischluftvermeidung. Nicht, dass ich noch eine Sauerstoffallergie entwickle.

Das ganze basiert auf einer Vermutung, zwei bis drei Einzelideen, grandios gefährlichem Halbwissen und zügelloser (*hust*) Neugierde. Die Idee:

"Finde Beziehungen zwischen einer bestimmten Chemikalie und Berichten zur induzierten Auslösung einer bestimmten Krankheit - oder halt nicht".

Eine böse, böse Chemikalie!? Wie abgrundtief böse! - Nein, gar nicht. Wer der Meinung ist, dass Chemie an sich böse ist, dem empfehle ich eine erste Alternativ-Lektüre, und danach dann eine zweite, wo es so richtig zur Sache geht.

Wer jetzt noch hier ist, weil er sich noch nicht den letzten Funken Verstand aus dem Hirn heraus-postfaktisiert hat: Um mich für irgendetwas begeistern zu können, braucht's eine interessante Story. Die kann klein sein, oder auch gross. Und sie sollte Krallen haben, die sie direkt in meinem Aufmerksamkeitsapparat versenken kann. Und dieser Fall liegt hier vor. Welcher nochmal? Egal - er hat Krallen.

Mal ganz davon abgesehen, dass die MLBoxx sich doch etwas langweilt und ich mit Docker nun soweit vorangeschritten bin, dass ich mir zutraue, existierende Images um eigene Anforderungen zu erweitern. Um Letzteres komme ich nämlich nicht herum, wenn ich mich wie gehabt vom Host-OS etwas distanzieren bzw. abstrahieren möchte.

Das von mir auserwählte pharmakologisch aktive Herzblatt: "Aminorex". Alternative Decknamen sind "Menocil" oder auch "Apiquel":

[Bildquelle: Wikipedia]

Warum mich nun gerade diese Active-Ingredient-Connection interessiert, erzähle ich gerne bei einem Bierchen gegen zeitgleichen Eintausch eines Pi-Mal-Daumen-Sechs-Stelligen Euro-Betrags (in meine Tasche, natürlich - nicht, dass jemand auf fixe Ideen kommt). Also: nie. Außer es findet sich jemand, der beklo...äh, interessiert und vermögend genug ist. Ich garantiere übrigens nicht dafür, dass mein latentes Interesse diesen beachtlichen Geldklumpen auch wert ist.

Auch war mal wieder der Herr Zufall zu Besuch und unterstützte mich weiter in meiner Ansicht, dass Postgresql als Datenbank eine weithin recht feine Wahl ist. Speziell, wenn man "wissenschaftliche" Ideen in der Birne hat. So stiess ich überwiegend per Eigeninteresse-Einspritzer, aber auch mit etwas beruflichem Projektszenario-Nachbrenner, erst kürzlich auf eine interessante Erweiterung (Cartridge) für diese Datenbank. Damit wird die Ablage, Verarbeitung und (Ähnlichkeits-)Analyse von chemischen Strukturen direkt in der Datenbank möglich. Per SQL. Irre, nicht? Und weil das ganze auf "rdkit" basiert, findet man dort auch so (Standard-)Sachen wie den Tanimoto-/Jaccard-Index.

Mein wahnwitziger Plan nun, unzweifelhaft und über jedwede Kritik erhaben eine Spitzenidee natürlich, beinhaltet folgende Kilometersteine:

  • Aufsetzen einer Postgresql-Datenbank.
  • Aufsetzen von rdkit sowie der rdkit-pgsql-Cartridge.
  • Befüllen der Datenbank mit allen möglichen chemischen Compounds und mindestens deren SMILES-Codes, derer meine gierigen und geizigen Pfoten umsonst habhaft werden können.
  • Zurücklehnen, durchatmen, die nächsten Schritte überlegen. Ich bin ja schließlich vorbildlich fau...äh, ich mein, agil. Aber ernsthaft: Wenn ich erstmal so weit bin, dann macht es auch Sinn weiter in die Ferne zu denken. Bis dahin wabern erst noch so einige Verzweiflungsausbrüche in der näheren Zukunftsglaskugel herum.

Punkt Eins ist, via Docker, eigentlich schon erledigt, aber ich werde mich mal an die Integration von rdkit in den entsprechenden Postgres-Container wagen. Der basiert auf Ubuntu, das sollte also eigentlich hinzubekommen sein. Eigentlich. Ein schweres Wort, doch leichthin ausgesprochen.

Die Kopfschmerztablettenvorräte sind jedenfalls aufgefüllt, Aggressionsblitzableitungsoptionen sind auch vorhanden - kann also nicht mehr schiefgehen.