Wenn man sich als Mann, oder auch als besonders selbstbewusste Frau, nach reiflicher Überlegung dazu entscheidet das unaufhörlich sprießende Gesichtshaar mal in einen ordentlichen Vollbart evolvieren zu lassen, dann kommen da auch so einige neue Pflichten, Obliegenheiten und Best Practices im Schlepptau hinterdrein, denen man besser früher als später tunlichst Beachtung schenken sollte.

Kämmen zum Beispiel. Wenn man nicht aussehen möchte als wäre einem eine Rolle NATO-Draht in's Gesicht explodiert, dann empfiehlt sich mindestens morgendliches Durchkämmen. Für Leute mit Glatze bietet sich hier auch mal wieder die, unter Umständen lang vermisste, haptische Erfahrung eines durchzuglättenden vollen Haarschopfes, der endlich mal mehr als 50cm von der Körpermitte entfernt lokalisiert ist.

Schals und Rollkragenpullis sind übrigens des Vollbarts erklärter Todfeind, denn einmal beim Strassenüberqueren regelgerecht nach links und rechts und nochmal links schauen zerstört die schön angelegte Drahthaarpracht mit erstaunlicher Nachhaltigkeit. Na gut - muss man jetzt halt starren Blickes hinüberhetzen und hoffen, dass die anderen Straßenverkehrskollegen dieses Opfer im Sinne des gehobenen Stils respektieren und auf die Bremse latschen damit man nicht in eine personifizierte Strassenkehrerfahrzeugsbürste umfunktioniert wird.

Richtich wichtich wird eine erhöhte Bartzustandsaufmerksamkeit jedoch spätestens dann, wenn man Morgens mit zerknautschtem Kopfkissengesicht und verquollenen Augen haraldjuhnkehaft in den Spiegel halitosiert, sich am Kopf, und natürlich nur dort, kratzt und denkt "...ich  hab doch die letzten drei Tage gar keinen Ketchup gegessen...?".

Alles frei erfunden. Hier gibt es nichts zu sehen, vor allem keine persönlichen Erfahrungen, bitte gehen Sie weiter, husch-husch.