So langsam wird's doch mal Zeit, das Erlebte zu Bits und Bytes zu bringen. Papier ist's ja nicht mehr. Wobei, diese Buchidee da...Bestseller...Vorruhestand mit 47...verfolgt von skandinavienbegeisterten Groupies...da muss ich nochmal drüber nachdenken.

Die Urlaubssaat hat, wie schon erwähnt, ein netter Kollege ganz unbedacht in meine Gehirnfurchen gesät:

Wenn Du so auf nordische kalte Länder stehtst, da gibt's doch dieses Musikfestival auf irgendeiner winzigen Insel. Kennste das?

Kannte ich natürlich nicht. Woher denn auch? Versteckter geht's ja wohl kaum. Aber gefunden war's dennoch recht schnell: Es handelt(e) sich um das G! Festival, welches - bis auf wenige Unterbrechungen - von ein paar Verrückten einmal im Jahr auf den Färöern ausgerichtet wird. Im Sommer, natürlich. "Sommer", hehe - was halt dort so gemeinhin als Sommer durchgeht, mir aber temperaturtechnisch sehr entgegen kommt.

Dieses Festival in einer der grösseren Städte, wie etwa Klaksvík mit seinen ~4600 Bewohnern, oder gar der Hauptstadt "Havn" mit ~12500 Bewohnern (eigentlich "Tórshavn", aber coolen Jungs sagen da einfach Havn zu, weil lange Worte nunmal uncool und was für alte Säcke sind - im übrigen wird das alles nun "Haun" bzw. Pi-Mal-Daumen "Tohschaun" ausgesprochen) abzuhalten, kann nun wirklich jeder. Zumal Tórshavn auch einmal jährlich zum Ende des Julei schon zum Schauplatz für das Ólavsøka wird - mir wurde sowohl von Einheimischen als auch färöererfahreneren Touristen von geradezu legendären Bierkonsum, mindestens ebenso legendär hackenstrammen Färingern und legendär exakt keinen Keilereien berichtet. Besoffene Färinger scheinen weithin nicht um sich schlagen zu wollen, was man von besoffenen Irgendwasleuten leider nicht immer behaupten kann. Kommentiert wurden diese illustren Verbalgemälde von diversen "Da verpasste was!" oder auch "Da verpasste nix!", je nachdem welche Gruppe man nun gerade fragte.

Daher fiel die Wahl für's G! auf einen beschaulichen Sandstrand zwischen den Nord- (Norðragøta) und Südteilen (Syðrugøta) des Dörfchens Gøta - hier so ungefähr. Ein weiterer Grund dürfte gewesen sein, dass Initiatoren und Musiker mindestens teilweise aus der näheren Gegend dort stammen.

Worauf ich aber eigentlich hinaus wollte - da musste ich hin.

Die ganze Planerei mit Ziel "Sommer 2017", begann bereits Ende 2016. November, wenn ich mich noch richtig erinnere. In diesem Monat wurde der Ticketverkauf für das G!-Festival freigeschaltet, und ein solches Ticket wurde als somit erstes besorgt. Hotel und Mietwagen sind ja gemeinhein als eine "Commodity" verstanden, da hab ich mir also ungefähr gar keine Gedanken drüber gemacht. Im folgenden musste der eher fernreiseunerfahrende Micha dann aber doch bemerken, dass die Färöer gar nicht sooo sehr funktionieren wie man es sonst in Europa gemeinhin so gewohnt ist. Hotels gibt es dort nicht an jeder Ecke, sondern maximal nur in größeren Siedlungen wie etwa Tórshavn, Klaksvík und am Flughafen. Und jeden Tag 30-70km zum Festival zu pendeln, sei es per Bus oder Mietwagen, wäre doch etwas spaßbremsend. Aber: Wozu gibt es Airbnb? Und die Färinger denken sich glücklicherweise das Gleiche, eine Unterkunft in einem Shared-Appartment zu finden war also dann am Ende gar nicht so schwer.

Mietwagenbezogen scheine ich etwas "spät dran" gewesen zu sein, denn alle günstigen Kleinwagen waren Q1/2017 bereits vergriffen. Und wenn ich "günstig" schreibe, dann meine ich "günstig" im skandinavischen Sinne. Für hiesige Verhältnisse bedeutet das "schweineteuer". Ich musste also auf einen deutlich schweineteureren Wagen der Klasse "Völlig überdimensionierte SUV-Rußschleuder" ausweichen. Vorab: Der war erstaunlich sparsam und hatte eine eingebaute Rückfahrkamera - was mir später noch ein wenig den Hintern retten sollte, und vor allem auch davor die Unterplinte nach dem Tagesausritt waschen zu müssen.

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Zu Guter Letzt (schreibt sich das so? Ich muss mal eben googeln. - Ja! Richtig geraten!) noch die ersten photographierten Eindrücke, als ich dehydriert aus dem SAS-Flieger auf das Färinger Rollfeld des Flughafens Vágar gestolpert bin. Ein Eindruck über diesem Satz, und ein zweiter darunter.

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